Ein Zaun für unseren Bauerngarten
September 8, 2009 in Alltäglich und gerade deshalb Schön von Christian Bosse

geflochtener Weidezaun
Tja, so ein Bauerngarten braucht auch Schutz. Stellt euch einfach mal vor, dass unsere Hofziege eines Nachts ein kleines Picknick in unserem Garten veranstaltet. Auch andere ungebetene Gäste wie Hasen, Wildschweine und Schafe fühlen sich vom saftigen Grün magisch angezogen. Also muss ein entsprechender Zaun her. Der sollte natürlich auch stilecht sein. Also haben wir uns im Freilichtmuseum Diesdorf Anregungen geholt. Wir haben uns für einen geflochtenen Weidenzaun entschieden.
Der Weidezaun
Von Weidezäunen gibt es viele Varianten. Eines haben sie alle gemein. Da Nägel in alten Zeiten sehr wertvoll waren wurden sie errichtet ohne einen einzigen Nagel dafür zu „verschwenden“. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Da hatte man in jeder Region seinen eigenen Baustil. Als Material diente immer das Holz was gerade vorhanden war.

Kopfweiden als Begrenzung einer Koppel
Neben Weiden hat man bei uns auch häufig Weiden (der Baum) angepflanzt. Die wurden entsprechend beschnitten. Dadurch entstand ein besondere Kulturform der Weide die „Kopfweide“. Alle 2 bis 3 Jahre schneidest du die Triebe ab. Aus denen kann man dann den Zaun machen. Die Triebe wachsen schnell wieder nach. Durch diesen andauernden Schnitt entsteht die typische Form der Weide. Hier wächst also das Material für den Weidezaun gleich neben der Weide! Eine äußerst praktische Angelegenheit…
Unser Weidezaun
Das Material:

Guido und Hans beladen unseren VW mit Hasel-Ruten
Wir nutzen keine Weide sondern Haselstrauch. Die Ruten dürfen einen Durchmesser von bis zu 3cm haben. Die Hasel bildet sehr lange (bis 6m) und biegsame Triebe (Ruten). Wir hatten das Glück, dass im Wald nebenan gerade Ausgeforstet wurde. Da hat man das Unterholz entfernt. Das ist für einen bewirtschafteten Wald wie Unkraut-jäten im Garten. Dabei sind sehr viele Haselsträucher geschnitten wurden. Nach einer kurzen Unterhaltung mit der Besitzerin hat sie uns erlaubt, dass wir uns am Schnittgut bedienen dürfen. Das erspart uns eine Menge Arbeit.
Bauanleitung

Verlauf unseres Zauns
1.Den Verlauf des Zauns markiert einfach mit einer Schnur. Alle 50cm sollen Posten in die Erde eingeschlagen werden. Ihr braucht das nicht genau ausmessen. Da der Zaun aus Naturmaterialien gemacht ist die immer ungleichmäßig wirken stören hier kleine Unregelmäßigkeiten nicht!

Die Zaunpfähle werden eingeschlagen
2.Nun schneidet die Pfosten auf Länge. Je nach Bodenbeschaffenheit sollten die Pfosten wenigstens 40cm in den Boden eingeschlagen werden. Rechnet also zur gewünschten Zaunhöhe noch die Einschlagtiefe dazu. Dann die Pfosten mit einer Scharfen Axt anspitzen und einschlagen.

Zaunabschluss mit Doppelpfosten
3.Dort wo der Zaun enden soll und an den Stellen wo eine Tür geplant ist schlagt bitte in 10cm Abstand einen 2. Pfosten ein. Das gibt einen sauberen, optischen Abschluss und verhindert, dass man an den überstehenden Ruten beim Vorbeigehen hängen bleibt. Den Endpfosten bitte etwas stärker wählen und tiefer einschlagen! Dort wo von uns Türen geplant wurden haben wir höhere Pfosten eingeschlagen. Da sollen später mal Pflanzen hochranken können.

Unser Zaun nimmt Gestalt an
4.Nun geht es ans Flechten des Zauns. Beginnt damit an einem der Endpfosten und windet die Ruten um die Zaunpfosten. Hangelt euch bis zum anderen Ende des Zauns. Beginnt am oberen Ende der Pfosten und schiebt dann die Ruten nach unten. Bei der nächsten Schicht beginnt an dem Endpfosten an dem ihr mit der vorherigen Schicht aufgehört hattet. Dann einfach Schicht um Schicht weitermachen.

Hervorstehende Äste müssen abgeschnitten werden...
5.Wenn ihr die erwünschte Höhe erreicht habt schneidet mit einer Baumschere die überstehenden Zweige ab. Man sollte beim Vorbeigehen nicht am Zaun hängenbleiben.
So, dass war es dann auch schon. So ein Zaun hält bis zu 5 Jahre. Wenn ihr unseren Zaun mal anschauen möchtet könnt ihr unseren Bauerngarten besuchen. Ihr findet ihn:
Gut GlüsigDorfstr. 109
39343 Ackendorf OT Glüsig
- Viel Spass beim Nachbauen wünschen Euch:
Manuela, Guido, Hans und Christian
